17. August 2019

2019 08 17

1000jähriger Baumriese zusammengestürzt

"Lebensgefahr! Absolutes Betretungsverbot außerhalb der markierten Wege!" Solch bedrohlichen Warntafeln begegnet der Eifelverein Remagen auf seinen Wanderungen sonst nicht. Aber im Naturschutzgebiet Wahner Heide sind diese Hinweise zwingend geboten. Denn von langjähriger Nutzung als militärisches Übungsgelände befinden sich vielerorts verborgen im Erdreich noch Munition und sonstige Kampfmittel. Die freigegebenen Wege werden aber nie langweilig, so abwechslungsreich sind sie in diesem weiträumigen Gelände. 20 km wanderten die Remagener Eifelfreunde von Rösrath über Altenrath nach Troisdorf. Erst ging es vorbei an Mooren und durch sumpfige Wälder. Am Schluss verwandelte sich das Bild sogar in eine Dünenlandschaft mit zur Zeit prächtig blühender Besenheide (calluna vulgaris). Rinder- und Ziegenherden sorgen dafür, dass die Heidelandschaft nicht verbuscht. Sonst stünden an ihrer statt binnen Kurzem nur noch Wälder. Allein 700 vom Aussterben bedrohte Arten gedeihen in der Wahner Heide.

Ein Besuch der 1000jährigen Eiche durfte natürlich nicht ausgelassen werden. Fachleute bezweifelten zwar die 1000 Jahre, stimmten aber überein, der Baum sei wirklich "uralt". Leider ist diese gewaltige Eiche im Januar 2019 zusammengestürzt. Selbst die Trümmer des Baumriesen , die jetzt an Ort und Stelle verrotten dürfen, nötigten den Remagenern noch großen Respekt ab. Moose und kleine, schwarze Pilze haben in erstaunlich kurzer Zeit von diesem Totholz Besitz ergriffen.

Die Wahner Heide ist ein ruhiges Naturschutzgebiet - es sei denn, ein Flugzeug startet oder landet auf dem nahe gelegenen Flughafen Köln/Bonn.    Denn dann wird es laut! Flora und Fauna scheinen sich daran gewöhnt zu haben.

Für die bildschöne, renovierte Burg Wissem, wo die Wanderung ausklang, hat die Stadt Troisdorf vielfältige Verwendungen gefunden. Vor allem aber befindet sich in der Burg ein prächtiges Trauzimmer, für das offenbar rege Nachfrage besteht. Denn auf dem Parkplatz nebenan sind gleich zwei Plätze reserviert "Nur für Brautpaare". Die Remagener begnügten sich aber im Garten des Burgbistros mit Kaffee und Kuchen.

Foto: Vor den Trümmern eines Baumriesen