11. August 2019

2019 08 11

 Brombeeren und Borkenkäfer

In Remagen gibt es in diesem Jahr kaum Brombeeren. Es war zu heiß und zu trocken. Aber am Rand eines verschwiegenen Weges von Ahrbrück hinauf zur Linder Höhe verlockten diese großen, schwarzen Beeren plötzlich in solcher Fülle die Remagener Wanderer, dass eine kleine Pause für den Genuss eingelegt werden musste. Der Weg traf im weiteren Verlauf auf den Ahrsteig und trägt ganz oben auf der Linder Höhe auch den wirklich berechtigten Beinamen "Panoramaweg". Der großartige Blick reichte über alle diese weiten, bewaldeten Höhen bis zur Hohen Acht, der Nürburg und zum Aremberg. Neben einer mit 1648 datierten Kapelle nutzten die Eifelfreunde einen schön angelegten Rastplatz.

Auf dem höchsten Punkt der Linder Höhe wurde 2015 ein neuer Hochbehälter zur Wasserversorgung der Gemeinden Lind und Kirchsahr eingeweiht. Der Betrieb sollte ausschließlich mit erneuerbarer Energie erfolgen. Doch schon vier Monate später riss ein Vertikalrotorblatt dieser hässlichen und lärmstarken Windkraftanlage ab, zerstörte zum Teil die Photovoltaikanlage und verletzte ein Schaf. Der Linder Bürgermeister spricht seitdem von einem Katastrophenprojekt, das bis heute nicht funktioniert.

Immer wieder waren unterwegs schwere Waldschäden in den Fichtenbeständen unübersehbar. Die durch Trockenheit geschwächten Bäume können nicht mehr genug Harz entwickeln. So sind sie dem Borkenkäfer hilflos ausgeliefert. Die befallenen Bäume müssen gefällt werden und lagern jetzt in großer Zahl gestapelt seitlich der Wege. Unter den noch an diesen Stämmen vorhandenen Rindenresten sind die bizarren Bahnenmuster dieser Schädlinge zu erkennen, ja, diese bis 5 mm großen Bewohner selbst waren dort noch am Werk.

Aus der in Kreuzberg vereinbarten Einkehr wurde nichts, im Lokal war niemand da. Doch der Zug für die Heimfahrt kam pünktlich, was heutzutage ja auch schon ein fröhlich stimmendes Erlebnis ist.

Foto: Eifelverein Remagen vor einer Wand aus Borkenkäfer-Opfern