21. Oktober 2018

2018 10 21

Auf dem Roßbacher Häubchen

Die Wied ist ein reizvoller, aber höchst unentschlossener Fluss im Westerwald. Auf ihren 106 km (zum Vergleich: die Ahr bringt es nur auf 85 km) lässt sie keine Himmelsrichtung aus, erlaubt sich vielmehr ungezählte Krümmungen und Schleifen bis sie sich endlich am Schlosspark von Neuwied zur Mündung in den Rhein entschließt. Bei Wanderern steht das ganze Tal hoch im Kurs und den schönsten Abschnitt hatten sich die Remagener Eifelfreunde ausgesucht: den Basaltbogen rings um Roßbach. Er bietet 12 km großartiges Naturerlebnis auf sanften Waldwegen mit immer wieder überraschenden Ausblicken in das grüne, stille Tal. Nur ganz allmählich steigt der Weg, man merkt es kaum und schließlich waren die Wanderer überrascht, als sie dann doch hoch oben über der Wied an der Startrampe für Gleitschirm- und Drachenflieger standen. Schade, es zeigten sich trotz idealen Wetters keine tollkühnen Anhänger dieses Sportes, aufmerksame Zuschauer wären ihnen sonst sicher gewesen.

Es ging noch höher hinauf, nämlich zum 350 m hohen Roßbacher Häubchen. Oder vielmehr zu dem winzigen Basaltkegel, den der Steinbruchbetrieb von 1883 - 1942 von diesem einstigen Roßbacher Wahrzeichen noch übrig gelassen hat. Aber auch die Besteigung dieses Felsenrestes lohnt sich. Selbst die allerletzten Meter auf glatten Steinen hinauf sind ungefährlich, nur etwas mühsam. Wer will, kann an einem Drahtseil Halt finden, doch geht es auch ohne diese Hilfe. Oben bot sich den Wanderern ein ungestörter Rundumblick bei klarer Sicht über all die schönen Westerwaldhöhen.

Nach dem Abstieg endete der Rundweg, wie schon seine Bezeichnung versprach, am Ausgangspunkt. Doch vor der Heimfahrt galt es noch über eine schwankende Fußgängerhängebrücke das "Strandcafé" am gegenüber liegenden Ufer aufzusuchen.

Foto: An der Startrampe für Gleitschirm- und Drachenflieger