16. Februar 2019

2019 02 16

Eifelverein Remagen im Rheingoldbogen

Der Traumpfad Rheingoldbogen beginnt in Brey, einer erstmals 821 erwähnten Gemeinde am Rhein, etwa 15 km oberhalb von Koblenz. Schon bald wartete auf die Remagener Wanderer ein archäologisches Rätsel in Form einer römischen, unterirdischen Wasserleitung. Sie ist ähnlich solide gebaut wie die berühmte römische Leitung zur Versorgung von Köln. Aber in Brey ist bis heute ungeklärt, wo die Quellfassungen lagen und wofür eigentlich das viele Wasser benötigt wurde. Noch viel älter sind viele Hügelgräber aus der Eisenzeit, die jetzt im Winter zwischen den Bäumen besonders gut zu erkennen sind. Art der Bestattung und Grabbeigaben ermöglichen Wissenschaftlern wertvolle Rückschlüsse auf das Leben der dortigen Bevölkerung vor langer Zeit. Leider aber wurde und wird durch Grabräuber vieles zerstört.

Nach einer knappen Stunde durch den schönen Breyer Wald ging es im Zickzack etwas bergab und plötzlich standen die Wanderer vor einem gewaltigen Panorama. In gleißend heller Sonne lag in seiner ganzen grandiosen Weite der Bopparder Hamm vor ihnen. Es ist die bekannteste und größte Weinlage am ganzen Rhein und dass in diesen sonnenverwöhnten Hängen ein ganz besonders guter Tropfen gedeiht, versteht sich von selbst. Zu 86% ist es ein Riesling. Bis 1966 war die Lage total zerstückelt, durch fortwährende Erbteilung waren die winzigen Weinberge im Mittel nur noch unwirtschaftliche 350 m² groß. Im Zuge einer Flurbereinigung wurden neue Wirtschaftswege angelegt und die Parzellen zusammengefügt. Jetzt haben sie eine wirtschaftliche Größe von 2.600 m².

Der schattenlose, ausgedehnte Weg durch diese Weinlage mag in sommerlicher Hitze Wanderern zu schaffen machen. Jetzt war den Remagenern die wärmende Frühlingssonne hochwillkommen. Und welch ein Ausblick auf Weinberge, den hier besonders breiten Rhein im Tal, die gegenüber liegenden Höhen bei Osterspai - einfach großartig! Und wieder ging es hinauf auf die Höhe. Ein drolliges Bild bot dort an einer Stelle überraschend die Marxburg. Sie stand klein am Ende eines Ackers. Aber das war nur eine optische Täuschung, denn es war nicht wahrnehmbar, dass zwischen Ackerende und Marxburg das ganze tiefe und breite Rheintal lag, die Burg also viel weiter entfernt war als das Ackerende.

Der Bus in Brey kam pünktlich, der Zug in Koblenz auch. Auch dieses war ein positives Erlebnis zum Ende eines wunderschönen Wandertages.

Foto: Im Bopparder Hamm